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Wissen und Technik - 13.06.2019

Der Ozean eines Jupitermondes enthält eine wichtige Zutat für Leben

Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble vom Eispanzer des Jupitermonds Europa deuten auf Kochsalz hin. Das macht außerirdisches Leben dort wahrscheinlicher.

Zutat für Leben? Eisschollen und Platten auf dem Ozean des Jupitermonds Europa, in dem Forscher jetzt mithilfe des…

Der Eispanzer des Jupitermonds Europa enthält gewöhnliches Kochsalz. Das hat ein Forscherteam um Samantha Trumbo vom California Institute of Technology (Caltech) mit dem «Hubble»-Weltraumteleskop entdeckt. Damit könnte auch der unter Europas Eisdecke verborgene Ozean wie die irdischen Meere Kochsalz enthalten, berichtet das Team im Fachblatt «Science Advances». Das würde die Chancen für lebensfreundliche Bedingungen in dem unterirdischen Gewässer auf dem Jupitermond erhöhen.

Einer der aussichtsreichsten Orte für außerirdisches Leben

Auf Europa schwappt nach früheren Beobachtungen ein bis zu 100 Kilometer tiefer Salzwasser-Ozean unter dem Eis. Das verborgene Meer gilt gegenwärtig als einer der aussichtsreichsten Orte für extraterrestrisches Leben in unserem Sonnensystem. Die Lebensfreundlichkeit des Mondozeans hängt jedoch unter anderem von seiner chemischen Zusammensetzung ab, wie Trumbo und ihre Kollegen Mike Brown vom Caltech und Kevin Hand von der US-Raumfahrtbehörde Nasa betonen.

Einen Anhaltspunkt bietet den Forschern zufolge die geologisch junge Oberfläche des Eismonds, die von der Chemie des unterirdischen Ozeans beeinflusst sein dürfte. Infrarot-Messungen mit der Nasa-Raumsode «Galileo» hatten in den 1990er Jahren auf Magnesiumsulfatsalze hingedeutet. Beobachtungen am Keck-Observatorium auf Hawaii konnten dies nun jedoch nicht bestätigen. Stattdessen wiesen die Daten auf Natriumchlorid (NaCl) hin. Natriumchlorid ist der chemische Name für Kochsalz. Im Infrarotbereich lässt sich Natriumchlorid jedoch nicht zweifelsfrei nachweisen.

Wie Geheimtinte

Nasa-Forscher Hand hatte jedoch in Laborversuchen festgestellt, dass Natriumchlorid unter den Strahlungsbedingungen auf dem Jupitermond seine Farbe ändert und einen Gelbton annimmt, der sich unter anderem in der geologisch besonders jungen Tara-Region auf Europa findet. «Natriumchlorid ist ein bisschen wie Geheimtinte auf Europas Oberfläche», erläuterte Hand in einer Nasa-Mitteilung. «Vor einer Bestrahlung kann man es nicht erkennen, aber nach der Bestrahlung springt einem die Farbe direkt ins Auge.»

Messungen mit dem «Hubble»-Weltraumteleskop bestätigten nun, dass die gelben Bereiche der Tara-Region tatsächlich dieselben spektralen Eigenschaften haben wie das bestrahlte Kochsalz aus Hands Labor und daher ebenfalls Natriumchlorid enthalten. «Wir hatten die vergangenen 20 Jahre die Möglichkeit, mit dem ‚Hubble‘-Weltraumteleskop diese Analyse zu machen», betonte Brown. «Es hat nur niemand daran gedacht nachzuschauen.»

Ob das Kochsalz tatsächlich aus dem unterirdischen Ozean stammt, können die Forscher nicht mit Sicherheit sagen. Die Entdeckung von Natriumchlorid rechtfertige jedoch eine Neubewertung der Geochemie des Jupitermonds. «Magnesiumsulfat wäre einfach aus dem Gestein am Ozeanboden in den Ozean gesickert, aber Natriumchlorid könnte bedeuten, dass der Ozeanboden hydrothermal aktiv ist», erklärte Trumbo. «Das würde bedeuten, dass Europa ein geologisch interessanterer Himmelskörper ist als zuvor gedacht.» Till Mundzeck, dpa

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