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Wissen und Technik - 13.06.2019

Jupiter: Neue Monde im Dutzend

Astronomen haben zwölf neue Jupiter-Monde entdeckt. Einer davon ist ein Sonderling.

Mondän. DerJupiter ist nicht nur der größte, sondern auch der bemondetste Planet dieses Sonnensystems.

US-Forscher haben zwölf neue Monde des Planeten Jupiter entdeckt. Das bringe die Gesamtzahl der bekannten Monde des Jupiter auf 79, teilten die Wissenschaftler um Scott Sheppard von der Carnegie Institution for Science am Dienstag mit. Der Jupiter habe mehr Monde als jeder andere Planet in unserem Sonnensystem.

Die Forscher waren mit einem Teleskop in Chile eigentlich auf der Suche nach einem möglichen großen Planeten in den äußersten Weiten des Sonnensystems, als sie im Frühjahr 2017 erstmals auf die Monde stießen. „Jupiter war zufällig nahe der Gegend am Himmel, wo wir gesucht haben“, sagte Sheppard. „Also konnten wir dank eines glücklichen Zufalls gleichzeitig nach neuen Jupiter-Monden und nach Planeten am Rande unseres Sonnensystems suchen.“

Kleiner Trabant

Elf der neu entdeckten Monde mit Durchmessern zwischen einem und drei Kilometern seien den bislang bekannten relativ ähnlich, berichten die Forscher. Neun sind Teil eines etwas weiter vom Jupiter entfernten Mond-Schwarms, der den Planeten binnen zwei Jahren einmal umkreist. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass dieser Schwarm einst aus drei größeren Objekten bestand, die dann auseinanderbrachen, möglicherweise nach Zusammenstößen mit anderen Objekten.

Zwei der neu entdeckten Monde sind Teil einer Gruppe, deren Umlaufbahn Jupiter recht nah kommt und die gleiche Richtung hat wie die Drehbewegung des Planeten. Auch diese Monde, die etwa ein Jahr brauchen, um Jupiter zu umrunden, waren wohl einst Teil eines größeren Objekts, genannt „Valetudo“. Von diesem stammt wohl auch der zwölfte neu entdeckte Mond ab. Er ist in mehrfacher Hinsicht ein Sonderling. Zum einen ist er mit weniger als einem Kilometer Durchmesser der wohl kleinste bislang bekannte Jupiter-Trabant. Zum anderen umkreist er den Planeten binnen anderthalb Jahren auf einer höheren, recht gefährlichen Umlaufbahn in der Nähe der anderen Monde, die den Planeten in gegenläufiger Richtung umkreisen. Diese Situation sei „äußerst instabil“ und eine Kollision mit anderen Objekten wahrscheinlich, sagte Sheppard.

Ein Jahr ist 12 Jahre lang

Jupiter ist der bei Weitem größte Planet unseres Sonnensystems und nach Sonne, Mond und Venus das hellste Objekt am Himmel. Die Erde ist im Vergleich ein Winzling: Jupiter hat mit fast 143 000 Kilometern einen elfmal so großen Durchmesser wie unser Heimatplanet. Für einen Umlauf um die Sonne braucht der Gasriese fast zwölf Jahre, für eine Drehung um die eigene Achse aber weniger als zehn Stunden. Die Atmosphäre des nach dem römischen Göttervater benannten Planeten besteht vor allem aus Wasserstoff und Helium.

Die von Galileo Galilei 1610 entdeckten ersten vier Monde wurden nach den Geliebten des griechischen Gottes Zeus benannt: Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Über den Nachweis ihrer Existenz haben die Monde für Astronomen Interessantes zu bieten. So gibt es etwa auf Io mehr als 150 aktive Vulkane. Erst kürzlich registrierte das Infrarotmessgerät der Nasa-Sonde „Juno“ aus rund 470 000 Kilometern Entfernung eine neue Hitze-Quelle auf dem Mond, deren Ursprung ein Vulkan sein dürfte. Wissenschaftler schätzen, dass es noch rund 250 weitere geben könnte. „Juno“ war 2011 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida gestartet und im Juli 2016 in der Umlaufbahn des Jupiter angekommen. (dpa/Tsp)

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