Home Politik „durchgeknallt“ und „wütend“: Was wir über den US-Paketbomber Cesar S. wissen
Politik - 3 Wochen ago

„durchgeknallt“ und „wütend“: Was wir über den US-Paketbomber Cesar S. wissen

Cesar S. ist Republikaner und bekennender Trump-Fan.

Kurz vor den Kongresswahlen in den USA werden dreizehn Briefbomben an prominente Gegner von US-Präsident Donald Trump geschickt. Nun nehmen die Ermittler in Florida einen Verdächtigen fest – und der ist für die Polizei kein Unbekannter.

Wer ist der Verdächtige?

Bei dem Festgenommenen handelt es sich um den 56-jährigen Cesar S. Angemeldet ist er auf eine Adresse in Aventura im Norden von Miami. Er soll aber auch Beziehungen nach New York haben, wo er seiner Polizeiakte zufolge auch geboren wurde. Sein Beruf wird in der Akte als "Manager" angegeben. In sozialen Medien gab S. an, er sei früher "professioneller Fußballspieler, Ring- und Käfigkämpfer" gewesen und habe Tiermedizin studiert. Auch soll er zumindest teilweise philippinischer Herkunft sein. Die biographischen Angaben auf seinen mutmaßlichen Onlinekonten sind allerdings nicht unbedingt zuverlässig.

Wo wurde Cesar S. festgenommen?

Gegen elf Uhr am Vormittag (Ortszeit) wurde Cesar S. in der Stadt westlich von Fort Lauderdale in Gewahrsam genommen. Schauplatz der Festnahme war nach Angaben aus Sicherheitskreisen ein Parkplatz vor einem Shoppingcenter in Plantation im US-Bundesstaat Florida.

Wie kamen die Ermittler dem Verdächtigen auf die Spur?

An mindestens einer der verschickten Paketbomben befanden sich offenbar DNA-Spuren, welche die Polizei schließlich zu dem Verdächtigen führten. Das berichtet der Sender CNN unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. US-Medienberichten zufolge sollen die Ermittler anschließend das Mobiltelefon von Cesar S. geortet haben.

War Cesar S. polizeibekannt?

Ja. Die Polizeiakte des 56-Jährigen in Florida reicht bis ins Jahr 1991 zurück. Unter anderem wurde er wegen Diebstahls, Drogen- und Betrugsdelikten und im Jahr 2002 wegen einer Bombendrohung gegen seinen Stromversorger festgenommen. Laut seiner öffentlich einsehbaren Akte befand ein Gericht S. damals für schuldig und verurteilte ihn zu einem Jahr Haft auf Bewährung. Nach Informationen von CNN war der Mann bislang jedoch nicht im Visier des Inlandsgeheimdienstes.

Was ist über sein mögliches Motiv bekannt?

Die Hintergründe für die Tat sind noch völlig unklar. Vieles spricht jedoch für ein politisches Motiv. Cesar S. ist eingeschriebenes Mitglied der Republikaner. Ein Foto bei Facebook zeigt ihn mit einer roten Kappe mit dem Trump-Slogan "Make America great again". Auf seinem Van sind zahlreiche Sticker zu sehen, die seine konservative Gesinnung verraten. Unter anderem klebte S. Porträts von Präsident Trump und dessen Vize Mike Pence sowie die recht eindeutige Botschaft "CNN ist zum Kotzen" auf die Scheiben des Fahrzeugs. Weitere Aufkleber zeigen Ex-Präsident Barack Obama und Hillary Clinton. Sie tragen Zielscheiben auf den Gesichtern. Die Managerin einer Pizzeria in Fort Lauderdale, in der S. gearbeitet haben soll, beschreibt ihn der "Washington Post" gegenüber als "durchgeknallt". Cesar S. sei "sehr wütend" auf die Welt gewesen; auf "Schwarze, Juden, Schwule".

Was wird dem Angeklagten vorgeworfen?

Die US-Justiz hat Cesar S. wegen fünf verschiedener Vergehen angeklagt. Ihm wird "illegale Versendung von Sprengstoffen", "Drohungen gegen frühere Präsidenten und andere Personen", "Transport von Sprengstoffen", "Bedrohung der innerstaatlichen Kommunikation" und "Angriff auf Bundesbeamte" vorgeworfen. Dafür drohen ihm bis zu 58 Jahre Haft.

Gibt es Komplizen?

Noch ist nicht klar, ob der 56-Jährige alleine handelte oder ob er Unterstützer hatte. New Yorks Gouverneur, Andrew Cuomo, geht jedoch davon aus, dass es sich um einen Einzeltäter handelt. "Eine Einzelperson kann eine Gesellschaft vergleichsweise leicht stören", sagte er dem TV-Sender MSNBC. Die Bomben seinen "nicht besonders anspruchsvoll" gebaut, die Anleitungen dazu gebe es im Internet.

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