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Kultur - 26.10.2018

Bares für Rares mit Gruselfund: der Schröpf-Schnepper schockiert alle

Eine Kuriosität zum Fürchten bei „Bares für Rares“: Ein kleines Gerät mit 16 Messern stellt die Händler vor ein Rätsel. Es handelt sich um eine medizinische Apparatur – mit schockierender Anwendungsmethode.

Dieses „Bares für Rares“-Fundstück schockiert Susanne Steiger: der Schröpf-Schnepper mit seinen 16 Messern diente zum Haut anritzen.

Einen kuriosen Flohmarktfund bringt Verkäufer Joachim Engels aus Hamburg zu „Bares für Rares“. In der Show vom Freitag will er von Experte Sven Deutschmanek wissen, wofür das kleine Gerät, in dessen Gehäuse sich 16 Messer befinden, ursprüngliche diente. Die Antwort klingt schockierend.

„Es handelt sich um einen sogenannten Schröpf-Schnepper“, klärt

Deutschmanek auf. Das Messingobjekt mit dem kleinen Hebel und dem Aufziehmechanismus habe im 19. Jahrhundert als Medizinapparat zum Blutschröpfen gedient. „Die Haut wurde angeritzt und dann ein erhitztes Schröpfglas angesetzt“, führt der Experte aus. Dabei sei ein Unterdruck entstanden, der zum Aderlass geführt habe.

„Da muss das Blut gespritzt haben“

Der Schröpf-Schnepper habe diesen Vorgang vereinfachen sollen – auf gruselige Weise. Ist der Aufziehmechanismus betätigt, schnellen auf Knopfdruck 16 Messer zirka drei Millimeter heraus. „Das wurde auf die Haut aufgesetzt“, sagt Deutschmanek. Der Vorteil der Vorrichtung: „Es ging recht schnell. Zack, einmal rein – fertig.“ Die Blutschröpfung sei damals weit verbreitet gewesen, um Krankheiten zu heilen. „Da muss das Blut ja nur so gespritzt haben“, wundert sich

Verkäufer Engels.

Doch was ist das kuriose Gerät heute wert? „Es wurde um 1860 in England gefertigt. Leider fehlt eine Schraube“, sagt Deutschmanek. Da es für derartige Medizin-Objekte Sammler gebe, liegt seine Expertise weit höher, als die vom Verkäufer geforderten „nicht unter 50 Cent“: „Dafür werden bis 100 Euro gezahlt.“

„Bares für Rares“-Händler ratlos

Doch auch die Händler wissen mit dem Gerät zunächst nichts anzufangen. „Ist das zum Krabben pulen?“, fragt Daniel Meyer verwundert. Als Verkäufer Joachim Engels die Runde aufklärt – ist das Entsetzen groß. „Ich denke, dass da auch die Haut mit rausgerissen wurde“, führt er drastisch aus. Als Walter „Waldi“ Lehnertz dann auch noch damit zu spielen beginnt, wendet sich Susanne Steiger ängstlich ab. „Gebote bitte“, sagt sie.

„Ich fange mal mit 80 Euro an“, sagt Lehnert. Doch auch Meyer ist interessiert. Die beiden liefern sich ein Bietergefecht. Erst bei 190 steigt Meyer aus. „Kannste haben“, sagt er zu Lehnertz. Und: Verkäufer Engels freut sich: „Ich habe mehr bekommen als die Expertise.“ Aber was will „Waldi“ mit dem Gerät anfangen? „Ich lasse mir was einfallen.“

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