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Kultur - 12.11.2018

TV-Tipp: Nachtschicht: Es lebe der Tod

Die ZDF-«Nachtschicht» wird 15 Jahre alt und feiert Geburtstag mit einer stark besetzten, schwarzhumorigen Krimi-Groteske. Das bewährte Team um den Routinier Armin Rohde tappt lange im Dunklen.

Eric Erichsen (Armin Rhode) ermittelt. Foto: Marion von Der Mehden/ZDF

Ganz dumm gelaufen: Beim Bordellbesuch auf St. Pauli bricht der verheiratete Möbelmarkt-König Johnny de Groot (Roland Koch) beim Sex zusammen.

Da die Polizei bereits anrückt, schaffen die beiden reichlich depperten Bordellbetreiber Angelo (Frederick Lau) und Claude (Murathan Muslu) den leblosen Möbelmann zunächst an den Tresen, wo er noch als schwer Besoffener durchgeht.

Später wollen sie die Leiche im Wald vergraben, aber da wird der nur scheintote Johnny wieder wach und beschimpft die beiden unterbelichteten Rotlicht-Typen. Da dreht Angelo durch und erschießt de Groot. Aber ein hellhöriger Vogelkundler hat auf seinem Beobachtungsstand die ganze Sache mitgehört, und der Ärger geht damit erst los. «Es lebe der Tod» lautet der Titel der 15. Ausgabe der «Nachtschicht», die an diesem Montag um 20.15 Uhr im ZDF läuft.

Mit viel schwarzem Humor und grotesker Situationskomik kommt der Jubiläums-Film daher. Seit 2003 läuft die Krimireihe im Zweiten, stets in der Regie von Lars Becker, der immer auch für die Drehbücher verantwortlich zeichnet. Beim Publikum kommt der Dauerbrenner aus Hamburg immer noch gut an. Die letzte «Nachtschicht»-Folge «Ladies First» (2016) hatte eine gute Quote von 5,75 Millionen Zuschauern.

Natürlich hat der Erfolg der Reihe auch mit dem starken Ermittler-Team zu tun. Armin Rohde als stattlicher Polizei-Routinier Eric Erichsen geht immer noch mit viel Leidenschaft und manchmal etwas ungestüm an die Fälle heran, während seine Kollegin Lisa Brenner (Barbara Auer) die coole Analytikerin geblieben ist. Dies heißt ja nicht, dass diese Polizistin keine Gefühle kennt. Dazu kommen Minh-Khai Phan-Thi als hellwache Assistentin und der Neuzugang Tedros Teclebrhan.

Ein starkes Quartett, das in diesem kuriosen Fall lange im Dunklen tappt. Dies liegt auch an de Groots resoluter Witwe Anita (Natalia Wörner, die sonst auch als Kommissarin in der ZDF-Montagsreihe «Unter anderem Umständen» unterwegs ist), deren Trauer sich in erträglichen Grenzen hält. Anita ist früher selber auf den Strich gegangen, aus dieser Zeit kennt sie auch den Polizisten Erichsen. Neben dem Klamauk erzählt der Drehbuchautor Lars Becker noch die bittersüße Geschichte einer verpassten Liebe, der beide ein wenig nachtrauern.

Danach dominiert wieder der schwarze Humor in Gestalt zweier unbeholfener Geldeintreiber, gespielt von Kida Khodr Ramadan («4 Blocks») und Prince Kuhlmann. Einen besonders schmierigen Kiezanwalt darf Gustav Peter Wöhler abgeben, der auch schon bei der «Nachtschicht»-Premiere vor 15 Jahren dabei war.

Mit weiteren «Nachtschicht»-Krimis ist fest zu rechnen: Derzeit entsteht wieder unter Beckers Regie in Hamburg der 16. Film in der Reihe. Der Titel: «Cash & Carry». Darin geht es um gefährliche Automatendiebe, die von der Polizei auf frischer Tat ertappt werden.

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