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Gesundheit - 14.06.2019

Baden und Schwimmen: Fünf Mythen im Faktencheck

Gerüchte und Wahrheiten zum Thema Baden

Mit vollem Magen nicht ins Wasser – diesen Tipp dürften die meisten kennen. Aber was ist wirklich dran? Ein Fakten-Check der gängigsten Thesen rund ums Baden und seinen Gefahren. (Quelle: dpa)

Mit vollem Magen nicht ins Wasser? Das ist an Gerüchten und Mythen zum Thema Baden dran. (Quelle: dpa)


Es stimmt: Ein voller Bauch beim Schwimmen ist nicht gerade ideal. Gefährlicher ist aber das Gegenteil, nämlich ein leerer Magen. Stimmt also gar nicht, was wir als Kinder übers Baden gelernt haben? Der Faktencheck.

Überblick

Ferienzeit ist Badezeit – zumindest, wenn das Wetter mitspielt. Jedes Jahr kommen spätestens zu Beginn der Freibadsaison gefühlte Wahrheiten und viele Ratschläge zum Thema Baden auf. Aber was davon stimmt wirklich?

Mythos 1

Behauptung: Mit vollem Magen ins Wasser – gefährlich.

Bewertung: Stimmt teilweise.

Fakten: Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) rät in ihren Baderegeln, nicht mit vollem Magen baden zu gehen. Grund dafür ist, dass der Körper Energie zum Verdauen benötigt. Notfälle, die durch Baden mit vollem Magen entstanden sind, lassen sich jedoch nicht nachweisen. Als noch gefährlicher gilt allerdings ein ganz leerer Magen. Damit fehlt dem Körper erst recht die nötige Energie, die er braucht, um sich über Wasser zu halten. Laut DLRG führt Baden mit leerem Magen regelmäßig zu Notarzteinsätzen.

Mythos 2

Behauptung: Ertrinkende rudern wild und schreien.

Bewertung: Stimmt nicht.

Fakten: „Das ist wirklich ein Mythos. Ein Ertrinken, wie man es aus Hollywoodfilmen kennt, gibt es nicht“, sagt DLRG-Sprecher Achim Wiese. Wer ertrinkt, wird in der Regel vorher bewusstlos. Dabei gerät häufig der Kopf unter Wasser und die Stimmbänder verkrampfen sich. Der Bewusstlose bekommt keine Luft mehr, so dass die eigentliche Todesursache Ersticken und nicht Ertrinken ist. Alternativ kann Wasser in die Lunge gelangen, was auch zum Tode führen kann. Aber: „Beides passiert leise“, so der DLRG-Sprecher.

Mythos 3

Behauptung: Die meisten Schwimmer ertrinken im Meer.

Bewertung: Stimmt nicht.

Fakten: In Seen, Teichen oder Flüssen kommen in Deutschland deutlich mehr Menschen ums Leben als im offenen Meer – im vergangenen Jahr waren es fast 16-mal so viele. Während 2018 laut der Ertrinkungsstatistik 233 Menschen in Seen und Teichen und 161 in Flüssen starben, waren es im Meer 25.

Mythos 4

Behauptung: Im Wasser kriegt man keinen Sonnenbrand.

Bewertung: Stimmt nicht.

Fakten: Ein Teil der UV-Strahlen dringt in das Wasser ein. Zudem: Der Kopf etwa bleibe die meiste Zeit über der Wasseroberfläche, sagt DLRG-Sprecher Wiese. Auch medizinische Institute wie der britische National Health Service (NHS) warnen vor der gefährlichen Kombination von Sonne und Wasser: Durch die kühlende Wirkung des Wassers merke man oft gar nicht, wenn die Haut verbrenne. Außerdem reflektiere das Wasser auch UV-Strahlen, was sie für die Körperstellen außerhalb des Wassers noch gefährlicher mache.

Mythos 5

Behauptung: Viele Deutsche können nicht schwimmen.

Bewertung: Stimmt teilweise.

Fakten: Seit Jahren warnt die DLRG davor, dass sich durch die Schließung von Schwimmbädern Deutschland zum „Land der Nichtschwimmer“ entwickeln könnte. Die letzten beiden Forsa-Umfragen im Auftrag der DLRG aus den Jahren 2010 und 2017 zeigen jedoch: Zumindest der Anteil der Nichtschwimmer hat sich nicht vergrößert.

Während sich 2010 rund zehn Prozent der Befragten ab 14 Jahren als Nichtschwimmer einstuften, waren es 2017 nur noch drei Prozent. Bei den Kindern sieht die Bilanz etwas negativer aus: Der Anteil an Kindern von sechs bis zehn Jahren, die von ihren Eltern als Nichtschwimmer eingestuft wurden, blieb konstant bei zehn Prozent. Der Anteil der unsicheren Schwimmer stieg bei den Kindern leicht an – von einem guten Viertel (26 Prozent) auf ein knappes Drittel (31 Prozent).

Die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) warnt auf ihrer Internetseite: „Wenn ein Kind mit neun oder zehn Jahren noch nicht sicher schwimmen kann, müssen die Eltern aktiv werden. Das heißt: Selbst mit dem Kind üben oder es zum Schwimmkurs schicken.“

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