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Sport - 15.05.2019

Spur in Doping-Affäre führt zu Ex-Radstar Petacchi

Die Zahl der öffentlich gewordenen verdächtigen Sportler im Blutdoping-Skandal hat sich auf 15 Athleten erhöht. Hinzugekommen sind vier Radprofis um den italienischen Sprintstar Alessandro Petacchi. Sie wurden vom Weltverband UCI suspendiert.

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Aigle (dpa) – Im Zuge der «Operation Aderlass» stehen Italiens Ex-Sprintstar Alessandro Petacchi und drei weitere Radprofis im Verdacht, Kunden des angeblichen Blutdoping-Netzwerkes um den Erfurter Sportarzt Mark S. gewesen zu sein.

Wie der Weltverband UCI mitteilte, wurden auf Grundlage von Informationen der staatlichen Ermittlungsbehörden in Österreich neben Petacchi und der ebenfalls nicht mehr aktive Borut Bozic (Slowenien) auch Kristijan Durasek (Kroatien) und Kristijan Koren (Slowenien) suspendiert. Durasek fährt aktuell im Team von UAE-Emirates bei der Kalifornien-Rundfahrt, Koren für Bahrain-Merida beim Giro d’Italia.

Nach Aufdeckung des Blutdoping-Skandals am 27. Februar mit Razzien in Erfurt und bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld/Österreich sind damit bisher 15 Sportler bekanntgeworden, die in der Affäre verstrickt sein sollen. Dazu zählen die Radsportler Georg Preidler, Stefan Denifl (beide Österreich) und der ehemalige deutsche Profi Danilo Hondo. Er hat gestanden, bei Mark S. Blutdoping praktiziert zu haben. Hinzu kommen sieben Skilangläufer, zu denen auch der österreichische Whistleblower Johannes Dürr zählt. Außerdem steht der frühere deutsche Eisschnellläufer und heutige Trainer Robert Lehmann-Dolle unter Verdacht, die verbotene Methode genutzt haben.

Damit sind 15 einstige und aktuelle Sportler öffentlich namentlich bekannt. Nach den Erkenntnissen der federführenden Schwerpunkt- Staatsanwaltschaft München sollen nach bisherigen Erkenntnissen 21 Athleten aus acht Ländern und insgesamt fünf Sportarten in den Fall verwickelt sein.

Nach Angaben der UCI soll Petacchi in den Jahren 2012 und 2013 Blut-Transfusionen erhalten haben. Der heute 45 Jahre alte vielfache Etappensieger beim Giro d’Italia, der spanischen Vuelta und der Tour de France bestreitet die Anschuldigungen. Er versicherte in der italienischen Zeitung «Corriere della Sera», nie in die Praxis von Mark S. «in Deutschland oder anderswo gegangen» zu sein und «noch nie eine Bluttransfusion» gehabt zu haben.»

Petacchi: «Ich habe keine Ahnung, warum mein Name in der Datei auftaucht.» 2008 war er nach einem positiven Dopingtest auf das Asthmamittel Salbutamol für zehn Monate gesperrt worden und hatte seinen Job beim Milram-Team verloren.

Wie Petacchi sollen auch Borut, der heute stellvertretender Sportdirektor des Team-Bahrain Merida ist, und Koren 2012/13 Blutdoping betrieben haben; Durasek hat laut UCI 2017 die Dienste von Mark S. genutzt. «Die UCI wird weiterhin mit allen an diesen Untersuchungen beteiligten Parteien zusammenarbeiten und diese unterstützen», heißt es in der Mitteilung des Weltverbandes. Angesichts der laufenden Untersuchung werde die UCI aber keine weiteren Kommentare abgeben.

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