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Sport - 14.06.2019

Kolik-Symptome stoppen Cosmo – Wallach hatte Feuer überlebt

Ein verheerendes Feuer zerstört die Reitanlage der Familie Rothenberger. Fünf Pferde sterben. Zu den geretteten Tieren gehört Cosmo – mit dem der Sohn der Familie an diesem Wochenende eigentlich gewinnen wollte. Daraus wird nun aber nichts.

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Balve (dpa) – Das Grauen wird Sönke Rothenberger nicht vergessen. «Das ist etwas, was einen täglich begleitet», sagte der Dressurreiter über das gewaltige Feuer auf der elterlichen Anlage.

Ein Inferno, das am letzten Februar-Tag auf dem Gestüt in Bad Homburg gewütet und «einen Großteil unseres Lebenswerks» zerstört hat, wie es seine Mutter Gonnelien Rothenberger beschreibt.

An diesem Wochenende wollte Sönke Rothenberger eigentlich bei den deutschen Dressur-Meisterschaften in Balve seine zwei Titel auf jenem Pferd verteidigen, das er damals eigenhändig gerettet hat: Cosmo. Kolik-Symptome machen den Plan aber kurzfristig zunichte. Cosmo «wurde auf Anraten des Mannschaftstierarztes vorsorglich in eine Pferdeklinik gebracht», teilte die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) mit. Rothenberger sei bereits abgereist.

Beim Brand im Februar war für fünf Pferde auf der Anlage jede Hilfe zu spät gekommen. Sie starben in den Flammen. Die Menschen hatten mehr Glück. Sönkes Schwester Sanneke Rothenberger zog sich bei der Rettungsaktion an jenem Morgen Verbrennungen am Oberschenkel und eine leichte Rauchvergiftung zu. Zwei der rund 250 eingesetzten Feuerwehrleute verletzten sich bei den Löscharbeiten leicht. Die Polizei schätzte den Schaden auf der Anlage auf mehrere Millionen Euro.

«Ich bin einfach nur dankbar, dass ich meinen Cosmo noch habe», sagte Sönke Rothenberger, der am 28. Februar mit seiner Schwester Sanneke die meisten Pferde retten konnte. Der sonst manchmal wilde Wallach folgte dem 24-Jährigen ohne Halfter «aus dem brennenden Stall wie ein Lämmchen», berichtete die Mutter. Andere Pferde waren «in ihrer Panik nur schwer dazu zu bewegen, das Inferno zu verlassen».

Die überlebenden Pferde sind seitdem bei einigen befreundeten Familien untergebracht. Cosmo, mit dem Sönke Rothenberger bei EM, WM und Olympischen Spielen schon Gold gewonnen hat, steht auf der Anlage von Ann Kathrin Linsenhoff, der Team-Olympiasiegerin von 1988. «Das ist nur 15 Minuten von zu Hause entfernt, und wir können dort wirklich gut trainieren und unsere Pferde arbeiten», erklärte Sönke Rothenberger.

Nach dem Comeback Ende April beim Turnier in Hagen am Teutoburger Wald sollte jetzt in Balve der erste sportliche Höhepunkt des Jahres anstehen. «Ich habe den Anspruch, da anzuknüpfen, wo ich letztes Jahr war», hatte Sönke Rothenberger seine sportlichen Ambitionen bei den Titelkämpfen auf der Anlage von Schloß Wocklum formuliert. Daraus wird jetzt nichts. Als größte Favoritin gilt nun umso mehr Isabell Werth, die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt.

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