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Politik - 09.11.2018

Geheimnisverrat an Russland: Spionagefall erschüttert Österreichs Armee

Kurz und Kunasek geben den Spionagefall bekannt.


Ein ranghoher Soldat der österreichischen Armee spioniert offenbar über Jahrzehnte für Russland. Als die Regierung in Wien den Fall öffentlich macht, reagieren die angeblichen Auftraggeber in Moskau irritiert – und bestellen Österreichs Botschafter ein.

Angesichts von Ermittlungen gegen einen mittlerweile pensionierten Oberst des österreichischen Bundesheeres wegen Spionage für Russland hat Moskau den Botschafter Österreichs einbestellt. Das berichteten russische Medien. Das Treffen mit Johannes Eigner soll demnach im Außenministerium stattfinden.

Zuvor hatten Österreichs Kanzler Sebastian Kurz und Verteidigungsminister Mario Kunasek mitgeteilt, dass der Oberst während seiner aktiven Zeit im Heer rund 20 Jahre für Russland spioniert haben soll. "Spionage ist inakzeptabel und russische Spionage in Europa ist auch inakzeptabel", sagte Kurz. Der Hinweis auf den Mann sei von einem ausländischen Dienst gekommen.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte Medienberichten zufolge: "Ich war von diesen Informationen unangenehm überrascht." Die Regierung in Wien hätte entsprechend den diplomatischen Gepflogenheiten die Vorwürfe direkt an Russland richten sollen. Der Vizechef des Auswärtigen Ausschusses der Duma, Alexej Tschepa, erklärte, der Fall werde die freundschaftlichen Beziehungen zu Österreich kaum fördern.

Ein Mitglied des russischen Verteidigungsausschusses im Föderationsrat forderte Österreich auf, die Informationen über die Enthüllung offenzulegen. "Vielleicht ist es auch eine Falschinformation", sagte Franz Klinzewitsch.

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