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Politik - 08.12.2018

Ex-Außenminister im Kreuzfeuer: Trump: Tillerson ist „dumm wie ein Stein“

Tillerson über Trump: ein „verdammter Schwachkopf“.


Was als eine strategische Allianz beginnt, endet im Fiasko: Neun Monate nach seiner Entlassung spricht Ex-Außenminister Tillerson über illegale Praktiken im Weißen Haus. US-Präsident Trump lässt nicht lange auf seine – gewohnt heftige – Reaktion warten.

Der frühere US-Außenminister Rex Tillerson und Präsident Donald Trump haben sich einen deftigen Schlagabtausch geliefert. Tillerson zeichnete in einer seiner seltenen öffentlichen Äußerungen ein unvorteilhaftes Bild seines früheren Chefs. Trump habe ihn öfter gebeten, Dinge zu tun, die ungesetzlich seien, sagte Tillerson nach US-Medienberichten auf einer Veranstaltung in Texas.

"Oft sagte der Präsident: "Das will ich machen, und ich will es auf diese Art machen"", erklärte Tillerson. "Und ich habe dann immer gesagt, "Herr Präsident, ich verstehe, was Sie wollen, aber das kann man so nicht machen. Es verletzt das Gesetz"", fuhr Tillerson fort.  "Wir hatten kein gemeinsames Wertesystem", sagte Tillerson. Trump habe dann am Ende solcher Unterredungen oft frustriert reagiert. Auf CBS beschrieb Tillerson seinen früheren Chef zudem als "ziemlich undiszipliniert". Trump lese nicht gerne Akten und gehe bei vielen Themen nicht in die Details.

Neuer Geist im Außenministerium

Der US-Präsident antwortete Tillerson auf seine Art: auf Twitter verkündete er, Tillerson sei "dumm wie ein Stein". Außerdem sei sein früherer Außenminister, der jahrzehntelang an der Spitze des international erfolgreichen Ölriesen Exxon Mobil stand, "faul wie die Hölle". Er habe ihn nicht schnell genug loswerden können. Mit Tillersons Nachfolger Mike Pompeo herrsche nun ein völlig neuer Geist im Außenministerium.

Die Schilderungen des ehemaligen Ölmanagers Tillerson passen in das Bild, das mehrere Buchautoren, darunter der Watergate-Enthüller Bob Woodward, von Trump im Weißen Haus gezeichnet hatten. Tillerson wurde von Trump nach etwas mehr als einem Jahr im Amt entlassen. Von seiner Entlassung erfuhr er während eines Auslandaufenthaltes per Twitter. Das Verhältnis war zudem dadurch belastet, dass Tillerson Trump privat einen "verdammten Schwachkopf" nannte.

Der Ex-Außenminister äußerte auch Bedenken zum Umgang Trumps mit seiner Wählerschaft. "Ich will ehrlich sein, es besorgt mich, dass das amerikanische Volk so wenig über bestimmte Probleme wissen will, dass es sich mit 128 Zeichen zufrieden gibt", sagte Tillerson offenbar mit Bezug auf Trumps Twitter-Leidenschaft.

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