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Kultur - 12.01.2019

TV-Tipp: Wilsberg: Gottes Werk und Satans Kohle

Wilsberg geht ins Nonnenkloster. Dort begegnet der ZDF-Privatermittler reihenweise verdächtigen Unschuldslämmern, einem Investor mit teuflischen Plänen – und einem erschlagenen Bauarbeiter.

Wilsberg (Leonard Lansink) ist diesmal im Auftrag des Herrn unterwegs. Foto: Friso Gentsch

Glaubt man der resoluten Äbtissin Helena, waren die schlimmsten Sünden, die je hinter den Mauern des Klosters Liebefrau in Münster passiert sind, nächtliches Bierzapfen und der Besuch sündiger Internetseiten. Bisher.

Doch als eineinhalb Millionen Euro Bargeld der Nonnen verschwinden, ist Münsters Privatdetektiv Georg Wilsberg (Leonard Lansink) gefragt: Für die neue Folge der ZDF-Krimireihe (Samstag/20.15 Uhr) ist er im Auftrag des Herrn unterwegs. Die Episode «Gottes Werk und Satans Kohle» (Buch: David Ungureit, Regie: Martin Enlen) dreht sich dabei auch um die Frage: Verdirbt Geld den Charakter?

Wilsberg ist zur Zeit allerdings ziemlich abgebrannt. Seine Nichte Alex (Ina Paule Klink), im neuen Job in Diensten des Immobilienhais Hollerbach, musste sogar seine Miete übernehmen. Auch Kumpel Ekki (Oliver Korittke) nervt ganz schön mit seinen Sparappellen. Da nimmt Wilsberg nur zu gerne den Auftrag der beiden Nonnen an, die plötzlich in seinem Antiquariat stehen.

Die Klosterchefin Schwester Helena (Maren Kroymann) und ihre Finanzverwalterin Schwester Christa (Inka Friedrich) berichten ihm vom Diebstahl einer ungeheuren Summe. Denn mit reichlich Sachverstand und einem glücklichen Anlagehändchen hatte Schwester Christa aus wenig viel gemacht – und den Orden so in die Lage versetzt, sich selbst zu retten. Die erwirtschafteten 1,5 Millionen Euro wollten die Schwestern in die dringend notwendige Renovierung des baufälligen Klosters stecken. Nur durch eigene Investitionen können sie verhindern, dass ihr Zuhause an den für seine windigen Geschäfte bekannten Bauunternehmer Arthur Hollerbach (Simon Licht) verkauft wird. Es müsste schon mit dem Teufel zu gehen, wenn er nicht irgendwie auch in diesem Fall Dreck am Stecken hat.

Wilsberg tauscht also kurzerhand das eigene Bett gegen eine bescheidene Kammer hinter Klostermauern. Hier stößt er auf allerlei Ungereimtheiten – und wenig später auch auf einen erschlagenen Bauarbeiter. Was hat der Todesfall mit dem Diebstahl zu tun? Und sind alle Frauen im Kloster tatsächlich so gottesfürchtig und tugendhaft wie ihre Nonnenkluft vermuten lässt? Was hat die pragmatische Äbtissin zu verbergen? Ist die schöne Schwester Lisa, die Kommissar Overbeck (Roland Jankowsky) um den Restverstand bringt, so unschuldig, wie sie dreinschaut? Und ging es bei Schwester Christas Spekulationsgeschäften wirklich mit rechten Dingen zu?

Für urkomische Dialoge sorgt in dieser besonders vergnüglichen Episode immer wieder Wilsbergs Zusammenspiel mit den Ordensschwestern. Vor allem sticht Katharina Blaschke in ihrer Rolle als redselige Schwester Gudula heraus. Zwar ist sie «dumm wie ein Meter Waldweg», wie ihre Mitschwestern finden, doch für Wilsbergs Ermittlungen eine Quelle von großem Wert.

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