Home Gesundheit Warnung vor Hyalomma: Neue suptropische Zeckenart breitet sich aus
Gesundheit - 10.12.2018

Warnung vor Hyalomma: Neue suptropische Zeckenart breitet sich aus

Gemeiner Holzbock und Hyalomma marginatum: Die vergleichsweise großen Hyalomma-Exemplare haben auffällig gestreifte Beine. (Quelle: Lidia Chitimia-Dobler/Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr/Ilustration/dpa)

Im Sommer ist eine riesige neue Zeckenart in Deutschland nachgewiesen worden. Die tropischen Parasiten können lebensbedrohliche Krankheiten übertragen. Jetzt ist sie an anderer Stelle erneut aufgetaucht.

Fleckfieber-Gefahr – Tropische Zecken in Deutschland entdeckt

Fleckfieber-GefahrTropische Zecken in Deutschland entdeckt

Forscher haben sieben Exemplare der tropischen Zeckenart Hyalomma in Deutschland entdeckt. Eines der Tiere trug einen Erreger des gefährlichen Zecken-Fleckfiebers in sich.Tropische Zecken die Fleckenfieber verursachen in Deutschland entdeckt

Die subtropische Zeckenart der Gattung Hyalomma marginatum ist erstmals in Österreich entdeckt worden, wie Experten der Veterinärmedizinischen Universität Wien bestätigen. Grund: Der trockene Sommer 2018 begünstigte die Ausbreitung der exotischen Blutsauger, die sonst vorwiegend im Mittelmeerraum, Asien und Nordafrika vorkommen.

Überträger des Krim-Kongo-Fiebers

Hyalomma-Arten gelten als Überträger gefährlicher Krankheiten, unter anderem des Krim-Kongo-Fiebers, bei dem innere Blutungen auftreten können. Gefunden wurde ein Exemplar der Hyalomma in Österreich an einem Pferd im Raum Melk, westlich von Wien.

Zecke der Gattung Hyalomma: Ein wärmer werdendes Klima könnte tropische Zeckenarten zu uns bringen. (Quelle: Oskanov/Getty Images)

Bei der Untersuchung der Zecke konnte zwar das Krim-Kongo-Fieber-Virus ausgeschlossen werden. Allerdings wurden die gefährlichen Bakterien Rickettsia aeschlimannii festgestellt, die beim Menschen verschiedene Krankheiten wie Fleckfieber auslösen können. Vermutlich wurde die Zecke über Zugvögel eingeschleppt.

Fund von mehreren Exemplaren in Deutschland

Experten der Universität Hohenheim und des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr wiesen im Sommer 2018 sieben Exemplare der Gattung Hyalomma in Deutschland nach und befürchten, dass die Blutsauger sich hierzulande ausbreiten könnten, wie die Uni Hohenheim mitteilte.

Die vergleichsweise großen Tiere mit den auffällig gestreiften Beinen tauchten im Raum Hannover, in Osnabrück und in der Wetterau allesamt an Nutztieren, an Pferden und einem Schaf auf. Ein Exemplar trug ein gefährliches Bakterium in sich, einen bekannten Erreger des Zeckenfleckfiebers.

Die erwachsenen Zecken saugen Blut vor allem an großen Tieren. Auch der Mensch ist ein potenzieller Wirt. Bislang gab es lediglich zwei Einzelfunde der tropischen Zeckenart in den Jahren 2015 bis 2017.

Zecken breiten sich aus

Überraschend ist das Auftreten von Hyalomma-Zecken in Deutschland für Experten nicht. Wegen der Klimaerwärmung sei grundsätzlich mit immer mehr wärmeliebenden Zecken zu rechnen. Ixodes inopinatus aus dem Mittelmeerraum beispielsweise habe sich inzwischen bis Dänemark ausgebreitet.

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