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Gesundheit - 22.05.2019

Antibiotika richtig einnehmen: Was Sie wissen sollten

Mann hält Antibiotika und ein Glas Wasser in den Händen: Bei der Einnahme gibt es einiges zu beachten. (Quelle: PeopleImages/Getty Images)

Antibiotika töten Bakterien und heilen so den Menschen. Allerdings helfen sie nicht bei jeder Krankheit – und auch nur dann, wenn der Patient die Regeln genau einhält. Wie gut kennen Sie sich mit Antibiotika aus?

Überblick

gehören zu den am meisten verordneten Arzneimitteln in Deutschland. Allein Ärzte im ambulanten Bereich verschreiben pro Jahr 500 bis 600 Tonnen davon, erklärt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Trotzdem sind Antibiotika keine Allerweltsmedizin, die man einfach so einwirft – zu beachten gibt es einiges. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Was sind eigentlich Antibiotika?

Das Wort setzt sich aus den Bestandteilen „Anti“ (gegen) und „bios“ (Leben) zusammen. „Antibiotika sind Medikamente, die gegen das Leben von Bakterien wirken“, erläutert Prof. Ulrich R. Fölsch, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin. Anders gesagt: Antibiotika töten also Krankheitserreger ab oder hemmen ihr Wachstum.

Wo helfen sie, wo helfen sie nicht?

Antibiotika wirken nur bei bakteriell bedingten Erkrankungen. Das sind etwa Entzündungen von Mandeln, Lunge, Blase oder Hirnhaut. „Keine Wirkung entfalten Antibiotika bei Infekten, die durch Viren verursacht wurden“, sagt Fölsch. Bei einer helfen Antibiotika also nicht weiter.

Allerdings können Bakterien leichter in den Körper eindringen und sich vermehren, wenn der Körper durch eine geschwächt ist. Ein viraler Infekt der Lungenwege mündet dann zum Beispiel in einer bakteriellen . Deshalb kann es laut BZgA manchmal nötig sein, auch bei viralen Infekten Antibiotika einzunehmen.

Wie unterscheiden sich die Präparate?

Über 80 verschiedene Wirkstoffe werden als Antibiotika eingesetzt, sagt Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer. Denn nicht jedes Antibiotikum kann jedes Bakterium stoppen. Breitband-Antibiotika wirken gegen viele verschiedene Erreger. Schmalspektrum-Antibiotika kommen eher zum Einsatz, wenn ganz bestimmte Bakteriengruppen vernichtet werden sollen. Sind die Erreger resistent, also besonders widerstandsfähig, kann der Arzt zudem Reserveantibiotika verordnen. Das ist aber eher die Ausnahme.

Können Patienten beeinflussen, was sie verschrieben bekommen?

Fölsch rät Patienten, dem Arzt zu vertrauen. Laien fehlen in aller Regel Fachkenntnisse, um zu beurteilen, welches Antibiotikum in welcher Situation das richtige ist. „Haben Patienten bei diesem oder jenem Präparat ein ungutes Gefühl, zum Beispiel weil ein Angehöriger damit negative Erfahrungen gemacht hat, dann sollten sie dies mit ihrem Arzt besprechen“, so der Experte.

Wie entscheidet sich der Arzt für ein Antibiotikum?

Das hängt vom jeweiligen Erregertypus und von der Stärke der Infektion ab. Der behandelnde Arzt muss auch wissen, ob der Patient regelmäßig Medikamente einnimmt. Denn manche Antibiotika können in Kombination mit bestimmten anderen Arzneimitteln zu Komplikationen führen.

Was für Nebenwirkungen gibt es?

Unliebsame Nebenwirkungen sind bei der Einnahme von Antibiotika nicht ausgeschlossen. „Es kann zu Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, oder Übelkeit kommen“, sagt Sellerberg. Möglich sind auch allergische Reaktionen der Haut, etwa Rötungen oder Juckreiz. Bei Frauen können auch Scheidenpilzinfektionen auftreten.

Was ist beim Umgang mit Antibiotika zu beachten?

Patienten sollten sich unbedingt an die vorgegebenen Einnahmezeiten halten. „Dreimal täglich zum Beispiel heißt, dass das Antibiotikum alle acht Stunden eingenommen werden sollte“, so Sellerberg. Ebenfalls wichtig: Patienten müssen das Mittel so lange einnehmen, wie es ihnen verschrieben wurde.

„Steht auf dem Rezept ‚fünf Tage dreimal täglich eine Tablette‘, dann sollten Patienten sich strikt daran halten“, sagt Fölsch. Das gilt auch dann, wenn etwa nach zwei Tagen die Beschwerden abgeklungen sind. Hört man dann schon wieder auf, sind die Bakterien eventuell noch nicht vollständig vernichtet.

Wie nimmt man Antibiotika am besten ein?

Zwei Stunden vor und zwei Stunden nach der Einnahme eines Antibiotikums sollten Patienten zudem keine Milch und keine Milchprodukte zu sich nehmen. „Ansonsten besteht die Gefahr, dass Magen-Darm-Beschwerden auftreten“, so Fölsch. Am besten ist es, ein Antibiotikum mit Wasser einzunehmen.

Was passiert mit Antibiotika-Resten?

Bleiben in einer Packung noch Tabletten übrig, kann und sollte man sie entsorgen – und nicht in die Hausapotheke packen, so Sellerberg. „Keinesfalls sollten sie für die nächste Infektion aufgehoben oder an andere Patienten weitergegeben werden.“

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