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Deutschland - 13.06.2019

Deutsche gegen Abschottung

Deutschland first? Nein, zusammen ist man weniger allein, meint eine Mehrheit der Deutschen. Sie fordert internationale Zusammenarbeit – und ist bereit, dafür nationale Interessen zurückzustellen.

Einer will lieber alleine: Donald Trump sitzt, die anderen stehen beim G7-Gipfel in Kanada im Juni 2018

„Der Dschungel wächst zurück“. So heißt der Titel eines Buches, in dem der konservative US-Politikberater Robert Kagan die Krise der Weltordnung analysiert. Der ehemalige Vordenker der Republikaner kritisiert darin die Abkehr Amerikas von der Weltgemeinschaft unter Präsident Donald Trump. Denn nur internationale Verträge und Organisationen hätten seit dem Zweiten Weltkrieg dafür gesorgt, dass Wohlstand und Sicherheit zunehmen, dass Konflikte nicht wild wuchern konnten wie das dunkle Grün im Dschungel.

Mit dem Rückzug der USA ins nationale Schneckenhaus macht sich demnach der Dschungel wieder breit. Diese Einschätzung Kagans teilen nicht nur zahlreiche Politik-Experten in Deutschland. Laut einer repräsentativen Umfrage der Körber-Stiftung sind 64 Prozent der Deutschen der Meinung, die Welt sei heute unsicherer als vor fünf Jahren.

Was ist dem entgegenzusetzen? Fragt man Papst Franziskus, fragt man Chinas Staatspräsident Xi Jinping, seinen französischen Amtskollegen Emmanuel Macron oder Bundeskanzlerin Angela Merkel, dann ist ganz klar: Multilateralismus ist die Lösung. Nur wenn mehrere Staaten zusammenarbeiten, kann man demnach die großen Probleme der Menschheit lösen, den Klimawandel verlangsamen, Wohlstand und Frieden sichern.

Der deutsche Außenminister Heiko Maas hat deshalb sogar eine „Allianz der Multilateralisten“ ins Leben gerufen. Sie soll dem Trumpschen Trend zum Alleingang entgegenwirken. Das dürfte eine Mehrheit der Deutschen begrüßen. Immerhin 57 Prozent der Befragten sind laut Körber-Stiftung der Meinung, dass Deutschland in Zukunft noch stärker auf internationale Abkommen und Organisationen setzen sollte.

Sogar 96 Prozent sprechen sich laut Umfrage dafür aus, dass Deutschland „auf jeden Fall“ oder „eher“ bei der Lösung globaler Herausforderungen mit anderen Staaten zusammenarbeiten sollte. Und 65 Prozent sind der Meinung, dass dafür auch nationale deutsche Interessen zurückgestellt werden dürften.

Je gebildeter, je städtischer und je älter die Befragten, umso eher konnten sie sich für den Multilateralismus erwärmen. Unter Anhängern der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) dagegen war die Zahl derjenigen, die internationale Kooperation ablehnen, besonders hoch.

Durch die Globalisierung habe Deutschland sowieso die Kontrolle über die Gestaltung seiner Politik verloren, meint außerdem die Hälfte der Befragten. In einer vernetzten Welt wird Multilateralismus damit zum Muss. Raus aus dem Dschungel der Nationalismen – das will so oder so eine Mehrheit der Deutschen.

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